Stadtmuseum Gerhart-Hauptmann-Haus 

Haus Wiesenstein in Agnetendorf 

Das Städtische Museum Gerhart-Hauptmann-Haus befindet sich in der Villa Wiesenstein in Jagniątków (früher Agnetendorf), in dem Gerhart Hauptmann, der bekannte deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger (1912), von 1901 bis zu seinem Tode im Jahre 1946 lebte.

Massiv und einer Burg ähnlich wurde das Haus im Stil der Neorenaissance in den Jahren 1900–1901 nach dem Entwurf des Berliner Architekten Hans Grisebach erbaut.

Die Villa wurde Hauptmanns Residenz in der Einsamkeit des Riesengebirges, seine Zuflucht zwischen längeren Aufenthalten in Italien und auf Hiddensee. Das Haus war fast ein halbes Jahrhundert  für den Schriftsteller eine Art Refugium, ein Ort des Rückzugs und der Erholung, aber zugleich ein Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens für viele Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus Berlin und anderen Orten.

Gerhart Hauptmann bezeichnete das Haus als „eine Burg zu Schutz und Trutz“. Hier in seiner Villa wollte er, wie in einem Tempel, seine Seele immer wieder aufbauen; wer in den Seelentempel eintrat, bekam Einsicht in das Innere der schöpferischen Persönlichkeit Gerhart Hauptmanns.

 

Nach dem Tode Gerhart Hauptmanns am 6. Juni 1946 gab es mehrere Konzepte zur Nutzung des Hauses. Schließlich wurde es zum Kindererholungsheim Warszawianka umfunktioniert und diente bis 1997 Kindern und Jugendlichen als Ferienlager. Direkt nach der politischen Wende in Polen, im November 1989, fassten der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der polnische Regierungschef Tadeusz Mazowiecki den Entschluss, das frühere Wohnhaus Gerhart Hauptmanns zu einem Museum, das dem Nobelpreisträger gewidmet sein sollte, umzugestalten. Nach der Renovierung des Hauses, die von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit weitgehend finanziert wurde, konnte am 10. August 2001 das Gerhart-Hauptmann-Haus als eine neue Kultureinrichtung der Stadt Jelenia Góra von Vertretern der polnischen und deutschen Regierung eröffnet werden. Vier Jahre später gelang es der Kulturinstitution, das Prestige eines Museums zu erlangen – seit 2005 funktioniert es als Städtisches Museum Gerhart-Hauptmann-Haus.

 

Das Städtische Museum Gerhart-Hauptmann-Haus ist das ganze Jahr hindurch von Dienstag bis Sonntag geöffnet, vom 1. November bis 30. April von 9 bis 16 Uhr und vom 1. Mai bis 30. Oktober von 9 bis 17 Uhr, auch an Feiertagen. Bundesstiftung

 

 

 

 

Historische Aufnahme: Bibliothek und Paradieshalle
Historische Aufnahme: Bibliothek und Paradieshalle